Ein Vierfachrohr (SR PEX-PEX) halbiert den Verlegeaufwand im Graben und erfordert nur eine einzige Hauseinführung für vier Leitungen. Durch die mehrlagige PE-X-Schaumdämmung bleibt das Rohr mit Biegeradien von 0,80 bis 1,00 m trotz Außenmänteln bis 200 mm hochflexibel. Bei längeren Trassen müssen jedoch die thermischen Wechselwirkungen im gemeinsamen Dämmkörper und die Hygieneanforderungen nach DVGW W 551 beachtet werden.
Vier Medien in einem Verbundmantel: Druckstufen und Werkstoffe
Das Vierfachrohr im Sortiment (SR PEX-PEX Vierfachrohr PN 6/10) integriert vier getrennte PE-Xa-Mediumrohre in einem flexiblen, mehrlagigen und geschlossenzelligen PE-X-Schaumdämmkörper (Wärmeleitfähigkeit 0,040 W/[mK] nach DIN 52613, Wasseraufnahme < 1 % nach DIN 53428) unter einem parallel gewellten PE-HD-Außenmantel. Damit lassen sich kompakte Nahwärme-Hausanschlüsse oder Nebengebäude mit einer einzigen Trasse vollständig wärme- und trinkwasserseitig versorgen.
Die vier Rohre sind auf ihre jeweilige Versorgungsaufgabe abgestimmt: Die beiden Heizungsrohre (Vor- und Rücklauf) sind in SDR 11 ausgeführt (max. 95 °C, max. 6,6 bar bei 95 °C) und verfügen über eine Sauerstoffdiffusionssperre EVOH nach DIN 4726. Die Trinkwarmwasser- und Zirkulationsleitungen bestehen aus physiologisch unbedenklichem PE-Xa in SDR 7,4 (max. 95 °C, max. 10 bar bei 95 °C) mit DVGW-Zulassung. Im Sortiment stehen vier praxisgerechte Dimensionen zur Verfügung: 25-25-25-20 (Mantel 145 mm), 32-32-25-20 (Mantel 160 mm), 32-32-32-20 (Mantel 160 mm) sowie 40-40-40-25 (Mantel 200 mm).
Quadro-Rohr gegenüber zwei getrennten Doppelrohren
Die klassische Alternative zum Vierfachrohr besteht in der Verlegung von zwei separaten Doppelrohren (DUO Heizung plus DUO Sanitär). Aus wirtschaftlicher Sicht stehen sich Materialkosten, Grabenaufwand und Handhabung gegenüber.
Das Vierfachrohr erfordert nur einen einzigen Verlegevorgang und eine schmale Grabenbreite (Schaufelbreite ca. 40 cm). Zudem wird in der Gebäudehülle nur eine Kernbohrung und eine Ringraumdichtung benötigt. Dank der PE-X-Schaumdämmung erreicht das Vierfachrohr kleine Mindestbiegeradien von 0,80 m (Mantel 145/160 mm) bzw. 1,00 m (Mantel 200 mm). Auf der anderen Seite ist das Bündelgewicht höher, und an den Rohrenden im Gebäude wird mehr Arbeitsraum zum Aufteilen der vier Anschlüsse benötigt.
| Kriterium | Vierfachrohr (SR PEX-PEX) | Zwei Doppelrohre (2x DUO) | Planerische Bewertung |
|---|---|---|---|
| Erdaushub & Grabenbreite | Gering (nur ein Graben, Schaufelbreite ca. 40 cm) | Mittel bis hoch (breiterer Graben oder 2 Trassen) | Vorteil Quadro bei beengten Grundstücken |
| Verlegeaufwand im Graben | 1 Verlegevorgang für 4 Leitungen | 2 Verlegevorgänge oder paralleles Abrollen | Quadro spart Montagezeit auf der Baustelle |
| Kernbohrung & Hauseinführung | 1 Kernbohrung (D = 145, 160 oder 200 mm) | 2 Kernbohrungen (z. B. 2x D = 125/145 mm) | Quadro spart eine Mauerdurchführung und Dichtung |
| Biegesteifigkeit & Handling | Sehr flexibel dank PE-X-Schaum (Biegeradius 0,8–1,0 m) | Geringere Bündelgewichte je Einzelbund | Quadro lässt sich trotz großem Mantel gut einführen |
| Thermische Dämmwirkung | PE-X-Schaum (λ = 0,040 W/[mK]), gemeinsamer Block | PUR-Hartschaum (λ = 0,0219 W/[mK]) bei DUO PU möglich | DUO PU bei langen Trassen mit geringeren Verlusten |
| Zubehör & Muffentechnik | Spezielle Vierfach-Endkappen und -Isoliersätze | Gängige Standard-Doppelrohrkomponenten | Verbindungstechnik bei DUO flexibler verfügbar |
Thermische Wechselwirkungen und Trinkwasserhygiene
Im Vierfachrohr liegen alle vier Medienrohre in einem gemeinsamen Dämmblock. Im laufenden Heizbetrieb entsteht ein Wärmeaustausch zwischen den Leitungen: Der Heizungsvorlauf (z. B. 70 °C) kann benachbarte Rohre erwärmen, während ein abgekühlter Heizungsrücklauf (z. B. 40 °C) Wärme aus der Trinkwarmwasserleitung abziehen kann.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Trinkwasserhygiene nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 und DIN 1988-200. Bei dauerhaft zirkulierendem Warmwassersystem darf die Temperatur in der Warmwasserleitung 60 °C nicht unterschreiten und am Zirkulationsrücklauf nicht unter 55 °C fallen. In sommerlichen Schwachlastzeiten, wenn der Heizkreis abgeschaltet ist, muss sichergestellt sein, dass die Trinkwarmwasserversorgung autark und ohne unzulässige Auskühlung betrieben werden kann.
Achten Sie bei Vierfachrohren auf einen kontinuierlichen Zirkulationsbetrieb. Bei stillstehendem Trinkwasser in Verbindung mit hohen Heizungsvorlauftemperaturen kann es im gemeinsamen Dämmkörper zu unkontrollierten Temperaturverschiebungen kommen. Halten Sie die Vorgaben nach DVGW W 551 (Warmwasser mind. 60 °C, Zirkulationsrücklauf mind. 55 °C) strikt ein.
Hauseinführung, Fixpunkte und Anschlussmontage
Am Gebäudeanschluss zeigt sich die praktische Besonderheit des Vierfachrohrs: Auf den letzten Metern im Hausanschlussraum müssen die vier eng beieinander liegenden Rohrenden aufgespreizt und an die jeweilige Gebäudeinstallation angebunden werden. Planen Sie hierfür eine ausreichende Abisolierlänge von mindestens 80 bis 100 cm ein, damit Press- und Aufweitwerkzeuge sauber angesetzt werden können.
Besonders wichtig: Jedes Mediumrohrende muss zwingend mit einer Festpunktkonstruktion (Fixpunktschelle) versehen werden, um Übergangsverschraubungen und Inneninstallation von thermischen Schub- und Zugkräften zu entlasten. Auch das Mantelrohr sollte einige Zentimeter in den Raum überstehen und nicht bündig zur Wand abisoliert werden. Eine passgenaue Vierfach-Schrumpf- oder Gummiendkappe schützt die PE-X-Dämmung vor Feuchtigkeit.
Planungskriterien und Festlegung im Leistungsverzeichnis
Für typische Hausanschluss-Trassenlängen bis etwa 30 bis 40 m – wie die Erschließung eines Einfamilienhauses, einer Werkstatt oder eines Nebengebäudes – ist das Vierfachrohr aufgrund der geringen Tiefbau- und Verlegekosten meist die wirtschaftlichste Gesamtlösung.
In der Ausschreibung müssen die Dimensionen und Druckstufen aller vier Einzelrohre explizit ausgewiesen werden, um Fehlbestellungen auszuschließen.
- Heizkreis-Dimensionierung: Vor- und Rücklauf in SDR 11 (max. 6,6 bar bei 95 °C) mit Sauerstoffsperre nach DIN 4726 festlegen.
- Sanitärkreis-Dimensionierung: Warmwasser und Zirkulation in SDR 7,4 (max. 10 bar bei 95 °C) mit DVGW-Zulassung ausschreiben.
- Kernbohrungsdurchmesser auf den Außenmantel des Vierfachrohrs (145, 160 oder 200 mm) abstimmen.
- Im Hausanschlussraum Fixpunktschellen für jedes Mediumrohr sowie Vierfach-Endkappen vorsehen.
- Mindestens 80 cm freie Rohrlänge im Gebäude für die Montage von Press- und Klemmverbindern einplanen.